Menschen mit Behinderung machen auf sich und ihre Rechte aufmerksam
Galerie Rostocker Hof zeigt Ausstellung bis 13. Mai
Jährlich am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. In Rostock gingen rund 150 Menschen auf die Straße, um sich lautstark für die Rechte von Menschen mit Behinderung einzusetzen. Auf Plakaten stand zu lesen: „Jeder Mensch ist wunderbar“, „Anders ist nicht weniger wert“ und „Tempomachen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!“ Vor dem Rostocker Hof wurde ein Programm mit Trommeln, Gesang, Poetry Slam und Tänzen dargeboten, das zum Mitmachen einlud.
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sprach zu den Protestierenden und machte diesen Mut, um ihre Rechte in der Gesellschaft zu kämpfen. Gleichberechtigung, so unterstrich sie, tue niemandem weh. Sie eröffnete die Foto-Ausstellung „Wir sind nicht still“ im Rostocker Hof, die von Menschen mit Behinderung gemacht wurde und bis zum 13. Mai zu sehen ist.
Zu den ersten Betrachtern gehörte die 32-jährige Elezi Arbnora, die aus Kroatien stammt und seit acht Jahren in Rostock lebt. Sie ist auf den Rollstuhl angewiesen und wird im Alltag wegen ihrer körperlichen Beeinträchtigung von Emilia Kapellusch (27) begleitet. Beide wissen um die Fortschritte für eine barrierefreie Stadt, aber auch um die vielen Unzulänglichkeiten. „Erst wenn man mit Rollstuhl unterwegs ist, bemerkt man, wie schwierig das Fortkommen in Rostock ist“, erklärt Emilia Kapellusch. Als sogenannte persönliche Assistentin arbeitet sie seit drei Jahren bei der Lebenshilfe Rostock, um Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen zu unterstützen. Eine wichtige, aber auch sehr erfüllende Aufgabe, wie sie findet.
Inklusion sei kein Nischenthema, erklärte am Protesttag auch Sozialministerin Stefanie Drese in Schwerin. Allein in Mecklenburg-Vorpommern leben rund 400.000 Menschen mit einer Behinderung.